Große Tradition – Um die Hand der Tochter anhalten

In einer Zeit, in der Niemand niemanden mehr um Erlaubnis fragen muss um zu heiraten ist es eine Rarität geworden. Früher war es klar, dass junge Männer mit Hochzeitsabsichten zuerst im Elternhaus, bzw. bei dem Vater der zukünftigen Braut vorstellig werden mussten. Dabei wurde, sehr förmlich, die Heiratsabsicht verkündet und um die Hand der Tochter angehalten.
Vielmehr als um das klassische Einverständnis ging es oft um den Segen der Familie. Das Elternhaus der Braut sollte mit der Wahl der Tochter einverstanden sein und der Beziehung und Ehe ihren Segen geben. In der heutigen Zeit wirkt der Brauch bzw. diese Tradition oftmals eher befremdlich. So verbinden aufgeschlossene, modern lebende und emanzipierte Paare mit dem „um die Hand anhalten“ eine Bevormundung durch die Familie. Jedoch tut man mit solch einer Ansicht dieser Tradition wahrscheinlich unrecht. Ein Einverständnis benötigt niemand – soweit sollte es mittlerweile jedem klar sein.

Aber mit dem Ansprechen der Brauteltern verbinden viele Bräutigame und auch Brautväter eine besondere Art der Wertschätzung. Der von den Eltern der zukünftigen Braut erteilte „Segen“ und das quasi „Willkommen heißen“ innerhalb der Brautfamilie ist eine wundervolle Geste an den Bräutigam. Der Bräutigam kann sich der Unterstützung der Schwiegereltern in Spe sicher sein und bekommt ein bisschen „Rückenwind“ für den Heiratsantrag. Auch die Brauteltern und im speziellen der Brautvater fühlen sich mit einbezogen und somit als Teil des Hochzeitsantrags. Die Vorfreude auf die Hochzeit, die Spannung „wann macht er den Antrag und wie reagiert unsere Tochter“ und nicht zuletzt die Anerkennung des Bräutigams, dass dieser sehr viel Wert auf ein gutes Verhältnis zu den Schwiegereltern legt.

Wenn man sich also von dem „Einverständnis einholen“ Gedanken löst und sieht, dass ein „um die Hand anhalten“ heute eher eine Geste der Familienzusammenführung ist, kann sich der Bräutigam hier auch heute einer wundervoll romantischen Tradition bedienen.